Seit fast 500 Jahren gibt es evangelische Christen in Neckargartach...

Hans Riesser (Ausschnitt aus dem Windsheimer Konfessionsbild)

in dieser Zeit hat sich natürlich viel getan und darüber sollen auch die Besucher unserer Seite informiert werden.

Neckargartach gehörte früher zum Kapitel Schwaigern der Diözese Worms. Als frühester Priester wird 1352 und 1355 ein Peter Herbort erwähnt. Im 15. Jahrhundert kennen wir die Namen von Heinrich Kriech (1424) und Peter Starck (1485 und 1489). Der letzte katholische Pfarrer war von 1505-1542 Johann Has (auch Haß).

Eng hing die Geschichte unserer Gemeinde mit der benachbarten Reichsstadt Heilbronn zusammen, dies kann man unter anderem daran erkennen, dass als erster evangelischer Prediger im Jahre 1542 Heinrich Riesser genannt wird, der ein Sohn des damaligen Heilbronner Bürgermeisters Hans Riesser war, unter dem sich die Stadt Heilbronn 1528 dem evangelischen Glauben anschloss. Heinrich Reiser begann seine Tätigkeit in Neckargartach noch vor seinem eigentlichen Theologiestudium in Heidelberg im Jahre 1543.

Über die Anfänge sind wir kaum unterrichtet, aber sie müssen schwierig gewesen sein, denn immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen zwischen dem katholischen Deutschorden, der nach alter Sitte das Patronatsrecht für Neckargartach hatte und der evangelischen Reichsstadt Heilbronn, zu deren Besitz das Dorf gehörte. Aus diesem Grund kam es auch immer wieder zu Vakaturen, da ein von Heilbronn berufener evangelischer Pfarrer nicht die Zulassung des Deutschordens erhielt und so die Gemeinde von evangelischen Nachbarpfarrern betreut werden musste. Bis ins 18. Jahrhundert dauerten diese Querelen und endeten erst mit der Aufhebung des Patronatsrechtes für den Deutschorden zwischen 1803 und 1806.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auch über wikipedia

 

 

 

 

Liste der evangelischen Pfarrer in Neckargartach

Pfarrertafel von Neckargartach. Die Tafel wurde an Christi Himmelfahrt 2013 in der Peterskirche angebracht.

Hier finden Sie eine Übersicht der evangelischen Pfarrer in Neckargartach seit der Reformationszeit.

Quellensammlung zur Heilbronner Reformationsgeschichte

Im Jahre 2008 wurde eine Materialsammlung zur Heilbronner Reformationsgeschichte herausgegeben ("...bewegt durch das klar und hell Wort".  Reformation in Heilbronn und ihre Auswirkungen, Ein Leseheft von Bernhard Müller und Jörg Spahmann. Eine kommentierte Materialsammlung für Schule und Erwachsenenbildung, Heilbronn [masch.] 2008).

Für unsere Gemeinde ist insbesondere der Abschnitt D "Im Blick auf Gottes Lohn" - Klöster und Deutschordenskommende in Heilbronn vor und nach der Reformation aufschlussreich, der Erläuterungen zu dem schwierigen Wechselverhältnis von Deutschorden und evangelischen Gemeinden gibt.

 

Sie können hier die Quellensammlung herunterladen. [PDF, 3,82 MB]

Wer in Reimform den Inhalt des Augsburgischen Bekenntnisses (Confessio Augustana) von 1530 kennenlernen möchte, ist hier richtig. [PDF, 138 KB]

 

 

Quellen zur Ortsgeschichte Neckargartachs

Pfarrer Daniel Zückwolff

Beschreibung von Neckargartach durch das Oberamt Heilbronn aus dem Jahre 1865

Evangelisches Gemeindehaus Biberacher Str. 16

Sondernummer des Neckargartacher Gemeindebriefs von 1927 anläßlich der Eröffnung des Gemeindehauses

Über Jahrhunderte traf sich die Kirchengemeinde beim sonntäglichen Gottesdienst. Die aufkommende Industriealisierung Heilbronns und auch Neckargartachs erforderten aber neue Formen des Gemeindelebens - aus diesem Grund entschied sich der Kirchengemeinderat dazu, ein eigenes Gemeindehaus zu bauen - wenige hundert Meter entfernt von der Peterskirche in der Biberacher Str. 16.

Maßgeblich unterstützt vom damaligen Pfarrer Weitbrecht wurde im Dezember 1927 das neue Gemeindehaus eingeweiht - zum Segen für den Ort, wie es in der Widmungstafel heißt. Mehr als 80 Jahre wurde es genutzt, doch die zurückgehenden Gemeindegliederzahlen erforderten es, im Sommer 2009 das Haus als evangelisches Gemeindehaus zu schließen.

 

 

Die Evangelische Kirche in Heilbronn im Dritten Reich

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 stellte sich auch der Evangelischen Kirche in Heilbronn die Frage, wie sie sich zur NS-Ideologie verhielt.

Der damalige Neckargartacher Pfarrer Paul Weitbrecht, der als religiöser Sozialist bekannt war, musste 1934 seine Pfarrstelle auf Drängen der NS-Ortsgruppe Neckargartach, der sich die NSDAP-Kreisleitung anschloss, aufgeben.

Sie finden hier das Begleitheft zur Ausstellung:

"Kreuz und Hakenkreuz. Dokumente zum Kirchenstreit in Heilbronn 1933-1935. Beiheft zur Ausstellung im Herbst 2008 in der Kilianskirche in Heilbronn, hrsg. von der Evangelischen Erwachsenenbildung Heilbronn"

 

Titelblatt [PDF, 450 KB]

Umschlagseiten [PDF, 1,37 MB]

Teil 1: S. 3-23 [PDF, 4,76 MB]

Teil 2: S. 24-35 [PDf, 4,86 MB]

Teil 3: S. 36-44 [PDF, 2,90 MB]